Verantwortung für (!) Führungskräfte

April 3, 2018 SGuenther No comments exist

Ich bekomme eine Anfrage mit gefühlter Dringlichkeit. Eine neu ernannte Führungskraft fühlt sich in ihrer Position überfordert, nimmt die Probleme mit nach Hause, schläft bereits schlecht. Es gab einen Vorgänger, der die Position jedoch schnell wieder verlassen hat. Eine Einarbeitung oder Schulung, die diesen Namen verdient, gab es für diesen „Karriereschritt“ nicht. Es musste schnell gehen.

Offenbar, so stellt sich im Gespräch heraus, fehlt es an allem, sowohl an Management-Werkzeugen und Führungs-Cockpit, an Leadership-Rüstzeug für Mitarbeitergespräche, sowie an Rollenklarheit und Selbstbewusstsein in der neuen, ungewohnten Rolle.

Nach ausführlichem Vorgespräch mit der Personalabteilung erstelle ich ein mehrstufiges, auf den Fall abgestimmtes Programm aus Trainings- und Coaching-Einheiten, aus Vermittlung von Werkzeugen, Praxisphasen und flexibler Unterstützung über einen längeren Zeitraum, allerdings, aufgrund der Schärfe des Problems, mit baldigem Start. Mein Preis entspricht etwa 10% des Jahresgehaltes dieser Führungskraft.
Mein Angebot wird nach einigen Tagen dankend als zu teuer abgelehnt!

Niemand käme wohl auf die Idee, einen Mitarbeiter ohne Vorbereitung an eine teure, komplizierte Maschine zu stellen. Aber ebensolche Mitarbeiter ohne jegliche Vorbereitung in eine Führungsposition zu schubsen, in der sie (teure und komplexe) Mitarbeiter und Prozesse führen sollen, motivieren und entwickeln, mit großer Verantwortung für Menschen und Ressourcen, ist leider immer noch üblich. Und gleichzeitig ist es unverantwortlich.
Und wenn es dann gar nicht geht, muss ein günstiger „Quick Fix“ her – aber bitte zu Kosten unter 10% des Gehaltes.

Geht’s noch?

 

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