Mission, Purpose….TEST!!

April 8, 2020 SGuenther No comments exist

Manche angelsächsische Begriffe treffen den Sachverhalt so gut auf den Punkt, dass es mir schwer fällt, einen adäquaten, ebenso griffigen deutschen Begriff zu finden.
Heute Morgen las ich von „Smart Distancing“. Gemeint ist, in Zeiten von Corona / Covid-19 zwar physisch Abstand zu wahren, jedoch die sinnvolle, nötige, „intelligente“ Nähe nicht zu verlieren. Die Nähe zu den Kollegen, den Mitarbeitern, Chefs, dem beruflichen Netzwerk, aber auch zu Freunden und Bekannten.
Ich versuche dies für mich so umzusetzen, dass ich jeden Tag mit jemandem in Verbindung gehe, mit dem ich schon längere Zeit keinen Kontakt mehr hatte. Das kann schriftlich sein, telefonisch oder per Video-Call.

Ergänzen zum „Smart Distancing“ möchte ich jedoch noch das Nähe-halten zur gemeinsamen Sache – nennen wir sie nun Mission, Purpose oder unser „Why?“, also unser „großes Wofür?“ (….wir all‘ dies hier letztendlich tun….).
Dieser Purpose beantwortet die Frage, zu welchem übergeordneten Sinn-Zweck wir etwas mit unserer Arbeit beitragen.
Wenn ich mit Teams an ihrem Purpose arbeite, lasse ich sie in einem späteren Schritt die Formulierung ergänzen „Wir machen…., damit…..“.
Dieses „Damit“ soll motivierend sein, es sollte knackig formuliert und gut zu merken sein und ebenso klar genug, dass wir daraus ableiten können, wozu wir als Organisation „Ja“ sagen und wozu wir „Nein“ sagen.

Ein Beispiel: Im Rahmen einer persönlichen Frühjahrs-Initiative 5 kg Gewicht zu verlieren, ist ein Ziel. Dies mit 3 mal wöchentlich Sport und einer umgestellten Ernährung zu tun, ist die Methode.
Der „Purpose“ dahinter ist jedoch, gesund und fit zu sein, dies selbst zu spüren und auch nach außen auszustrahlen.

Starke Organisationen haben einen solchen „Purpose“, hinter dem sich ihre Mitglieder versammeln, der sie verbindet und motiviert, weil er es wert ist. Ein fester Grund, auf dem man gemeinsam steht, unabhängig von den aktuellen Umständen. Darauf aufbauend und abgestimmt, kann jeder selbstständig losziehen und seinen Teil beitragen, ohne ständige Kontrolle und ohne ein dickes Regelwerk unterm Arm.
Nicht immer ist ein solcher Purpose schriftlich formuliert, aber er ist in den Köpfen und wird gelebt. Und gerade jetzt, in Zeiten großer Unsicherheit, ist es umso wichtiger, diesen „übergeordneten, gemeinsamen Sinn-Zweck“ aktiv im Bewusstsein zu halten. Das kann heißen, bewusst auf ihn Bezug zu nehmen, ihn zu diskutieren, oder auch ihn vielleicht erstmals überhaupt zu formulieren.
„Was hieran ist mir so wichtig, dass ich bereit bin, dafür Arbeit, Ärger und andere Unannehmlichkeiten in kauf zu nehmen?“ ist eine weitere starke Purpose-Frage. Wir sind aktuell in einer Zeit von Unannehmlichkeiten, von Ungewissheit, von großen Herausforderungen, Ängsten und Befürchtungen. Deshalb brauchen wir jetzt ganz besonders unser „Dafür“ – und wir brauchen die Führungskraft, die es uns mit genügender Zuversicht vermittelt.

Eines ist sicher: Jetzt ist die Zeit, an die wir uns noch in vielen Jahren erinnern werden mit einem „Weißt du noch, als wir zur Corona-Zeit….?“.
Und jetzt ist die Zeit, in der Ihre Mitarbeiter (=Mitmenschen) besonders sensibel dafür sind, wie man ihnen gegenüber auftritt. Jeder wird sich daran erinnern, welche Gefühle er/sie in dieser Zeit hatte, viel mehr als an Daten und Fakten. Die menschliche Komponente und die Verbindung miteinander wie für eine gemeinsame Sache ist daher so viel wichtiger für den Erfolg als die reinen Zahlen.
Es ist im Zweifel ein schwacher Purpose, der sich noch gegen keinen Zweifel, keinen Gegenwind und keine Anfeindung beweisen musste.
Jetzt hat er die Chance, den Krisen-Test zu bestehen.
Nutzen wir, nutzen SIE diese Chance für Ihren jeweiligen Purpose!

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